Dienstag, 29. Dezember 2015

Frauengeschichte


Gemälde: Leona Wood (1921 - 2008)

Es war ein heißer, schwüler Tag. Eine frisch verheiratete Frau saß auf dem Sofa und trank Eistee mit ihrer Mutter, die gerade bei ihr zu Besuch war. Und wie die beiden so über das Leben, die Ehe, über die Pflichten im Leben und Verantwortung des Erwachsenseins spra­chen, schwenkte die Mutter nachdenklich die Eiswürfel in ihrem Glas hin und her und schaute ihrer Tochter gerade und ernst in die Augen: „Vergiss nie deine Schwestern“, so lautete ihr Ratschlag, während sie in ihrem Glas die Teeblätter umrührte, so dass sie auf den Boden des Glases sanken. „Sie werden immer wichtiger, je älter du wirst. Wie sehr du auch deinen Mann liebst, egal, wie wichtig dir einmal deine Kinder sein werden, du wirst immer Schwestern brauchen. Unternimm auch jetzt schon immer wieder mal etwas oder verreise zusammen mit ihnen.“
„Denk daran, dass mit dem Wort `Schwestern´ ALLE Frauen gemeint sind ... Deine Freundinnen, deine Töchter und auch all die anderen Frauen, mit denen du ver­wandt bist. Du wirst andere Frauen brauchen. Denn Frauen brauchen einander zu allen Zeiten.“
„Welch seltsamen Rat sie mir da gibt!“, dachte die junge Frau bei sich. „Habe ich nicht ge­rade erst geheiratet? Schließlich befinde ich mich doch nun in der Welt der Paare! Himmel, ich bin nun doch eine verheiratete Frau, erwachsen! Da wird doch mein Mann und die Familie, die wir gründen werden, wohl ausreichen, um mein Leben sinnvoll zu machen!“
Aber sie beachtete trotz allem den Rat ihrer Mutter, pflegte den Kontakt zu ihren Schwes­tern und schloss auch jedes Jahr neue Freundschaften. Rasch vergingen die Jahre, eines nach dem anderen, und allmählich begann sie zu verstehen, dass ihre Mutter absolut keinen Un­sinn geredet hatte. Und während die Zeit die Frauen verändert und die Geheimnisse der Natur auf sie wirken, bleiben Schwestern in ihrem Leben eine wichtige Stütze.
Nach den über 50 Jahren, die ich nun schon auf der Welt bin, sehe ich es KURZ GESAGT so:
Die Zeit vergeht. Das Leben nimmt seinen Lauf. Entfernungen trennen uns voneinander. Kinder werden erwachsen. Jobs kommen und gehen. Liebe wächst und vergeht wieder. Männer tun nicht, was sie tun sollten. Herzen brechen. Eltern sterben. Kollegen denken nicht mehr daran, dass man bei ihnen noch etwas gut hat. Karrieren gehen zu Ende. Jedoch ... Schwestern sind immer da, egal wie viel Zeit und wie viele Kilometer uns von ihnen trennen. Eine Freundin ist nie so weit weg, dass sie nicht für dich da sein könnte.
Wenn du durch einen jener einsamen Abgründe hindurch musst, und zwar ganz alleine, dann stehen Frauen deines Lebens oben am Rande des Abgrundes und feuern dich an und ermuntern dich, beten für dich, ziehen für dich, setzen sich für dich ein und erwarten dich mit offenen Armen am Ausgang des Abgrundes.
Manchmal sind sie sogar bereit, die Regeln zu brechen und neben dir her zugehen … oder zu dir zu eilen um dich aus dem Abgrund herauszuholen. Freundinnen, Töchter, Enkelinnen, Schwiegertöchter, Schwestern, Schwägerinnen, Mütter, Großmütter, Tanten, Nichten, Kusinen und andere weibliche Familienmitglieder, sie alle machen unser Leben glücklicher!
Die Welt würde anders aussehen, wenn es die Frauen nicht gäbe – und auch ich wäre ohne sie nicht die gleiche! Wenn man anfängt, sich in dieses Abenteuer namens Frausein zu stür­zen, hat man keinen blassen Schimmer davon, welche unglaublichen Freuden oder auch Leiden einen erwarten. Auch weiß man nicht, wie sehr Frauen einander brauchen.
Und wir brauchen einander immer noch – jeden Tag aufs Neue. Leite diesen Text weiter an alle Frauen, die dazu beigetragen haben, deinem Leben Sinn zu geben. (Verfasserin unbekannt!)

Vielen Dank an meine liebe Seelenschwester Bea Hayat Bär


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